Glasfaserausbau Teil 2

Glasfaserausbau Teil 2

Glasfaserausbau in Oberschöllenbach

Stand August 2025

Die Glasfasertechnologie nutzt dünne Glasfäden, um Daten mithilfe von Lichtsignalen zu übertragen. Dies ermöglicht extrem hohe Übertragungsgeschwindigkeiten, Stabilität und Zuverlässigkeit. Der Ausbau erfolgt in verschiedenen Schritten, von der Verlegung der Glasfaserleitung (LWL) bis zur Installation im Gebäude und der abschließenden Inbetriebnahme.

Wie kommt das Internet ins Haus?

Anfangs werden in Straßen und Gehwegen von den örtlichen Netzverteilern (NVt), auch Kabelverzweiger (KVz) genannt, zu den Gebäuden Leerrohre – sogenannte flexible Mikrorohre mit einem Innen-Durchmesser von einigen Millimetern – verlegt. Durch die Verwendung dieser etwa 45 bis 60 cm tief liegenden Mikrorohre ist eine spätere Erweiterung oder der Austausch von Glasfaserkabeln ohne größere Baumaßnahmen möglich.

Jeder einzelner Anschluss, Hausübergabepunkt (HÜP) genannt, wird mit einem eigenen Leerrohr versorgt. Dieser Anschluss mündet, zusammen mit anderen Mikrorohren von den Nachbarn, in einem Mikrorohrverband (MR-V), in dem die verschiedenen Farben eine Erkennung ermöglichen. In einem der unten gezeigten Fotos sind 22 farbige Mikrorohre (7mm) und ein größeres schwarzes Röhrchen (12mm) im Verband erkennbar. Diese meist orange- oder magentafarben ummantelten Rohrverbände (MR-V) sind während der Bauphase die auffälligste Komponente und münden im nächstgelegenen Netzverteiler (NVt). Unten ist auch der neue NVt in der Altmühlstraße, Ecke Naabstraße, zu sehen.

Die eigentliche Glasfaser (MMF) wird zu einem späteren Zeitpunkt bedarfsgerecht samt Druckluft mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Metern pro Minute ins richtige Mikrorohr eingeblasen.
Ob sich die Glasfaser tatsächlich problemlos durch das Leerrohr schieben und blasen lässt, verrät ein kleines Schwämmchen, das beim Durchlässigkeitstest vom Anfang der Leitung am Netzverteiler (NVt) bis zum Ziel im Keller des Kunden – dem Hausübergabepunkt (HÜP) – geblasen wird.
Hat alles geklappt, setzt die Telekom eine Glasfaser-Dose (APL), schließt zwei der vier Glasfäden der Glasfaser an und prüft die Verbindung.

Einblasen

Das Einblasen funktioniert auch bei längeren Strecken. Am Stück sind bis zu 2,5 Kilometer Glasfaser möglich. Gleitflüssigkeit sorgt dafür, dass nichts am Inneren des Röhrchens hängenbleibt.

Modem im Haus

Auf der Kundenseite der Glasfaserstrecke wird noch ein Glasfaser-Modem (ONT) benötigt, um die optischen Signale der Glasfaser in elektrische Signale umzuwandeln, die von Routern und anderen Geräten verarbeitet werden können. Dieses Modem (Bild unten – ONT2: 49,99€ oder 1,95€ monatlich) wird in der Regel in der Nähe des Hausübergabepunkts (HÜP) installiert, mit 230V versorgt und über ein Patchkabel mit dem Router (z.B. einer FritzBox) verbunden. Das ONT ermöglicht so die Nutzung von schnellem Internet.

Übrigens:

Die Telekom nutzt im Bereich des Glasfasernetzes „Singlemode“-Fasern. Um zugleich die Gegenrichtung zu ermöglichen wird eine Übertragung nach GPON (Gigabit Passive Optical Network) verwendet. Die Trennung wird über verschiedene Lichtwellenlängen (Farben) realisiert.

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